Wildtiere

Paarungszeit der Rehe: atemlos durch den Tag

Rehbock im Getreide

Anfang August ist sie in vollem Gange: die Paarungszeit der Rehe. Die Rehböcke suchen dann die brunftigen Geißen, wobei eigentlich ist es umgekehrt – es sind die Geißen, die weit umherstreifen, um den geeigneten Vater ihres zukünftigen Nachwuchses zu finden. Dazu lassen sie auch ihre erst vor etwa 2 Monaten geborenen Kitze mal 1 bis 2 Tage alleine zurück – schließlich muss ja bereits jetzt an die nächste Generation gedacht werden.

Haben sich Bock und Geiß gefunden, treibt der Bock die Auserwählte oft mehrere Stunden vor sich her, bevor er sie schließlich beschlägt, wie es in der Jägersprache heißt. Durch die rosarote Brille könnte man sagen, die Rehe sind blind vor Liebe. Nüchtern betrachtet sind sie wohl eher hormonell overloaded. Leider kühlt sich das aufgehitzte Gemüt allzuoft an einem Kühlergrill ab.

Jäger nennen die Paarungszeit der Rehe übrigens „Blattzeit“. Die Bezeichnung kommt daher, dass die Waidmänner früher auf einem Buchenblatt den Paarungslaut der Rehgeiß nachahmten. Auch die Anwesenheit eines Nebenbuhlers konnte so imitiert werden. Damit lockten die Jäger den Rehbock an, um diesen dann zu erlegen. In der Jägersprache heißt das, man „bringt den Bock zum Zustehen“ oder „der Bock springt aufs Blatt“. Heute gibt es eine Vielzahl an Lockinstrumenten, die das althergebrachte Buchenblatt ersetzen und auch manchem ungeübten Nimrod einen unverhofften Jagderfolg bescheren.

(@Erich: vielen Dank fürs Foto)

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