Jagdpraxis, Wildbret

Erst die Arbeit, dann das (Jagd-)Vergnügen

18. März 2018
Salzlecke anlegen

Der Frühling ist da, zumindest nach dem Kalender. Lange dauert es nicht mehr, dann beginnt wieder die Jagd auf Rehbock und Schmalreh. Viele Gourmets können es schon nicht mehr erwarten, dass endlich wieder frisches Rehfleisch auf den Tisch kommt.

Bald kommt wieder Rehfleisch auf den Grill

Aber nicht nur kurzgebratene Rehmedaillons vom Rehrücken stehen als Frühlingsgericht hoch im Kurs. Sobald die Sonne scheint, wird der Grill angeworfen. Wer auch hier nach einer gesunden Alternative sucht, landet mit Rehsteaks aus der Rehkeule einen Volltreffer.

Rehrücken auf dem Grill

Ein Hochgenuss: Rehfleisch vom Grill

Waffe in der Schonzeit einer Grundreinigung unterziehen

Bis die Jagdzeit am 1. Mai beginnt, gibt es für den Jäger aber noch viel zu tun. Jetzt ist es an der Zeit, die Jagdwaffe einer Grundreinigung zu unterziehen. Denn unter dem Jahr lohnt sich die ausgiebige Putzerei kaum, weil es ja oft schon am nächsten Tag wieder raus ins Revier geht. In der Schonzeit dagegen, können mit einem chemischen Reinigungsmittel und speziellen Bronzebürsten in aller Ruhe die Geschossablagerungen im Inneren des Laufes entfernt werden. Das ist wichtig, um gefährliche Gasdrucksteigerungen durch eine sonst drohende Laufverengung zu verhindern und um langfristig die Schusspräzision zu erhalten. Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Büchse nach der chemischen Reinigung zunächst wieder einige Schuss braucht, um das gewohnte Schussbild wieder zu erlangen.

Laufreinigung mit der Messingbürste

Zur intensiven Laufreinigung sollte man neben chemischen Reinigungsmitteln eine Messingbürste verwenden.

Jagdruhige Zeit nutzen, um Zielfernrohr oder Schalldämpfer zu montieren

Falls es mal ein neues Zielfernrohr sein darf, kann das Gewehr jetzt am ehesten für einige Wochen entbehrt werden, damit der Büchsenmacher die Zieloptik fachgerecht montieren kann. In vielen Bundesländern ist zwischenzeitlich die Verwendung von Schalldämpfern erlaubt, um das Gehör von Jäger und Jagdhund zu schützen. Zur Montage des Flüstertüte ist ebenfalls jetzt die richtige Zeit, denn mit vier Wochen Waffenabstinenz muss mindestens gerechnet werden – sofern die Waffe noch kein Mündungsgewinde besitzt.

Zielfernrohrmontage

Zielfernrohrmontage durch einen Büchsenmacher

Laufgewinde schneiden

Um einen Schalldämpfer zu montieren, muss vorher ein Gewinde in den Lauf geschnitten werden.

Hochsitze auf Vordermann bringen

Währenddessen wird Motorsäge, Hammer und Nagel zum Kompagnon des Jägers. Im Revier müssen jetzt Hochsitze repariert werden, die vom Sturm beschädigt oder vom Zahn der Zeit angenagt wurden. Meist sind das nur kleine Arbeiten, weshalb allzu oft die Sicherheitsvorkehrungen missachtet werden. Besonders beim Umgang mit der Motorsäge sollten jedoch immer Schnittschutzhose, Sicherheitsschuhe sowie Helm mit Visier und Gehörschutz getragen werden. Stattdessen wirft sich der meist handwerklich ungeübte Waidmann in den warmen Frühlingssonnenstrahlen ein leichtes T-Shirt über und sägt locker flockig, was das Zeug hält.

Fichtenstangen schlagen

Zum Bau von Hochsitzen werden Fichtenstangen geschlagen …

Fichtenstangen schälen

… und die Rinde abgeschält, damit das Holz später schneller abtrocknet.

Um in den Dachbereich der Kanzeln zu gelangen, steigt der Jäger auch gerne mal in die Schaufel eines Traktors. Dort, in luftiger Höhe, werden dann weitere Säge- und Reparaturarbeiten frei über Kopf vorgenommen. Von solchen Kamikaze-Aktionen ist dringend abzuraten! Bei manchen Hochsitzen ergibt die Patchworkarbeit der letzten Jahre oft eigentümlich anmutende Konstruktionen. Irgendwann kommt man um einen Neubau einfach nicht mehr herum.

Und es stehen noch weitere Arbeiten an im Revier: Das Sichtfeld rund um die Hochsitze muss freigeschnitten werden, weil die Äste sich eifrig nach vorne geschoben oder nach unten gesenkt haben. Die Brombeeren nutzen die Hochsitzleiter als Rankhilfe und der Wind hat allerlei Laub auf das Sitzbrett befördert.

Eingewachsener Hochsitz

Hier ist kein Durchkommen mehr. Die Brombeeren nutzen die Hochsitzleiter als willkommene Rankhilfe.

Salzlecken anlegen

Besonders wichtig ist das Anlegen bzw. Auffüllen der Salzlecken. Das sind Holzpfosten oder Baumstümpfe, an deren oberes Ende ein Salzleckstein befestigt wird. Im Regen löst sich der Stein langsam auf und tränkt den Pfosten mit Salz, den das Wild dann eifrig ableckt. Gerade im Frühjahr benötigt das Wild viel Salz, weil zum Haarwechsel und zur Milchproduktionen der trächtigen Geißen Mineralstoffe benötigt werden.

Bevor also die Büchse geschultert wird und wieder frisches Rehfleisch auf den Tisch kommt, heißt es erst einmal: „Ran an die Buletten!“

Salzlecke anlegen

Anlegen einer Salzlecke: Das Wild soll nicht direkt an den Leckstein kommen, deshalb wird er entsprechend weit oben angebracht. Durch das herunterfließende Salz wird sich bald die Rinde vom Stamm lösen und das Wild leckt am salzgetränkten Holz.

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