Pflanzen, Rezepte

Ist Bärlauch der bessere Knoblauch, oder nur der günstigere?

14. März 2018
Bärlauch sammeln

Wer sagt, Bärlauch sei der Knoblauch des armen Mannes, wird diesem Lauchgewächs nicht gerecht. Er wächst zwar unkultiviert im Wald, muss sich mit seinen positiven Wirkungen aber beileibe nicht hinter dem Knofi verstecken.

Die Römer nannten den Bärlauch „Herba salutaris“, was „heilsames Kraut“ bedeutet. Sie zogen ihn sogar dem Knoblauch vor. Tatsächlich soll Bärlauch seinem berühmten Verwandten in der heilenden Wirkung überlegen sein, was den zahlreichen in ihm enthaltenen, überwiegend schwefelhaltigen ätherischen Ölen zugeschrieben wird. Diese wirken sich positiv auf Magen, Darm und Verdauung aus und helfen gegen Bluthochdruck, Arteriosklerose und einen zu hohen Cholesterinspiegel.

Das Aroma des Bärlauchs ist stärker als das des Knoblauchs, trotzdem hat man nach dem Genuss von Bärlauch am nächsten Tag keinen Mund- oder gar Körpergeruch. Man vermutet den Grund entweder im hohen Chlorophyll-Anteil oder in der Tatsache, dass die geruchsverursachenden Schwefelsubstanzen an bestimmte Eiweiße gebunden sind.

Bärlauch wirkt desinfizierend und soll sogar gegen Wurmbefall helfen. Allerdings kann Bärlauch auch einen Wurm übertragen, nämlich den Fuchsbandwurm. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass an dieser Stelle gerade ein Fuchs sein Geschäft verrichtet hat nicht sehr groß. Um sicher zu gehen, sollten die Blätter jedoch vor dem Verzehr gewaschen werden.

Bärlauch-Pesto

Bärlauch lässt sich zu einem gesunden und schmackhaften Pesto verarbeiten.

Mit Bärlauch wird das Wildgericht zum Frühlingsschmaus

Jetzt, im März und April, ist die richtige Zeit, um dieses kostenlose Heilkraut im Wald zu sammeln. Denn sobald der Bärlauch das Blühen beginnt, ist der Spuk vorbei. Besonders in Auwäldern und kalkhaltigen Buchenwäldern überzieht das mit Zwiebel und Schnittlauch verwandte Wildgemüse den Waldboden oft wie ein Teppich. Die von den Schuhen ausgehende Duftwolke erinnert oft Tage später noch an die Pflückaktion. Am besten werden die Blätter aber nicht gepflückt, sondern mit einem scharfen Küchenmesser abgeschnitten. Allzu leicht wird sonst die Zwiebel aus dem humosen Waldboden mit herausgerissen. Beim Abschneiden schlägt einem auch gleich der intensive Knoblauchgeruch entgegen, der die Blätter des Bärlauchs von den ähnlichen aussehenden, aber giftigen des Maiglöckchens und der Herbstzeitlose unterscheidet.

Zuhause werden die Blätter dann kurz gewaschen und ganz nach Belieben verarbeitet. Durch Einarbeitung des aromatischen Grünschnitts bekommen viele Gerichte den Präfix „Bärlauch-“ verliehen. Ob Rehkeule mit Bärlauch-Crepes und Spargel oder Rückenfilet vom Wildschwein mit Bärlauch-Pesto: Durch Einsatz des sogenannten „Zigeunerlauchs“ verwandelst du dein Wildgericht in ein aromatisches Frühlingsmenü.

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